
Am Samstag, den 25.04.2026 folgten die Mitglieder des KV Cuxhaven dem Stadthistoriker und Lehrer Hans-Jürgen Kahle auf einem ca. 1,5 Stunden dauernden und rund 3 km langen Spaziergang durch das Stadtgebiet in Cuxhaven. Thema war Cuxhaven zur Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus am Beispiel der ehemaligen Stätten der NS-Herrschaft.
Vom Bahnhofsvorplatz ging es zunächst zur Heimstätte, dem ehemaligen gewerkschaftlichen Seemannsheim, später dann NSDAP-Parteigebäude und Gestapo-Büro für Cuxhaven und Land Hadeln. Über die Nordersteinstraße mit dem ehemaligen Genossenschaftshaus und Sitz des damaligen Konsums ging es zu dem Platz des ehemaligen Gesellschaftshauses „Zur Sonne“, wo sich bis zum Verbot am 2.5.1933 die beiden Gewerkschaftsbüros der Bauarbeiter und der Verkehrsarbeiter und Hafenarbeiter befanden. Ebenso war hier die Gewerkschaftsbibliothek, deren Bestände dann im Juni 1933 von der Hitlerjugend in der Grimmershörnbucht verbrannt wurden. Weiter ging es zum Kaemmererplatz, wo sich das große jüdische Kaufhaus Scharfstein und das Pressehaus der SPD-Zeitung „Alte Liebe“ befunden hatten. Ein weiteres Ziel war der Olfersplatz, bis 1933 Sitz und Bauhof des gemeinwirtschaftlichen Bauunternehmens „Bauhütte“, deren letzter Geschäftsführer Karl Olfers dann in der jungen Bundesrepublik Landtagspräsident von Niedersachsen war.
An jeder Station erklärte Hans-Jürgen Kahle die Hintergründe und das Leben der Menschen in der damaligen Zeit und ging gut informiert auf Fragen der Gäste ein.
Auf dem Rückweg führte der Weg noch am ehemaligen Ledigenheim der Fischindustrie und am ehemaligen Gefängnis vorbei, bevor der Spaziergang endete und die Teilnehmenden bei einem gemütlichen Mittagessen die Eindrücke weiterverarbeiten konnten.

Gerlinde Steinhaus